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Written by Rainer Gerhards on 21.01.2009 at 15:35 Uhr.

Bereits im Vorfeld hatten Experten darüber spekuliert, ob die Amtseinführung "das Internet lahm legen könne". Denn Obama's Anhängerschaft gilt als jung und an das Internet gewöhnt. Was liegt also näher, als dass Großereignis vom PCs aus mit seinen Freunden aus den diversen Web 2.0 Diensten zu verfolgen. Oder, als Anwesende, womöglich direkt zu berichten und Photos zu senden. Wie die New York Times bereits am 18. Januar berichtete, nahmen Mobilfunkprovider dieses Szenario durchaus ernst, und riefen Ihre Kunden auf, die Netze nicht übermässig zu beanspruchen.

So kam dan auch, was kommen musste: Während der Einführungszeremonie hat sich der Internet-Verkehr massiv verfielfacht.  Arbor Networks (ein Telco-Ausrüster) spricht auf seiner Webseite beispielsweise von bis zu 3.500 Gigabit Nachrichtenverkehr pro Sekunde, und das nur bei den ISPs, die sich an der Messung beteiligt haben. Andere Quellen sprechen vom Zwei- bis Fünffachen des üblichen Nachrichtenverkehrs. Streaming-Dienstleister Akamai gab an, den höchsten Traffic überhaupt in seiner Firmengeschichte bedient zu haben.

Trotz dieser gigantischen Nachfrage ist das Internet nicht zusammengebrochen. Meistens zumindest nicht. Laut verschiedenen Berichten (hier zum Beispiel aus San Francicsco), gab es in Ballungsgebieten wie dem Sillicon Valley oder New York durchaus teilweise Störungen. Auch haben einige der bekannten Webseiten temporäre Probleme gehabt, allen voran z.B. CNN. Interessant aber auch, dass Web 2.0 Dienste wie Twitter ebenfalls mit dem hohen Trafficvolumen zu kämpfen hatten - obwohl man im Vorfeld bereits erhebliche mehr-Kapazitäten zur Verfügung gestellt hatte. Im Regelfall seinen die Internet-User aber bedient wurden, wenn auch mit längeren Wartezeiten.

Nachdem Obama den Amtseid abgelegt hatte, habe sich die Situation auch rasch wieder normalisiert. Das Interesse am Rest der Feierlichkeiten war offensichtlich geringer...

Obama's Amtseinführung hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich das Internet mittlerweile ernstzunehmenden Massenmedium gewandelt hat. Auch Grossereignisse können (weitgehend) souverän abgewickelt werden.

Wie schon im Wahlkampf versprochen, scheint Obama nun auf eine Internet-Präsidentschaft zuzusteuern. Die neuen Seiten des Weissen Hauses deuten jedenfalls stark darauf hin. Neben den gesellschaftlichen Auswirkungen darf man sicherlich auch auf die technischen gespannt sein: denn wenn solche "individuelle Massenkommunikation" mehr und mehr zur Regel wird, müssen die Netze natürlich auch fortentwickelt werden.

Aus Deutschland habe ich bisher leider keine aussagefähigen Statistiken zum gestrigen Tag gesehen. Die Amtseinführung ist hier ja auch mit Interesse verfolgt worden. Ob man das nicht auch im Internet gemerkt hat...? Vielleicht äussert sich ja zumindest einer der großen Provider noch dazu. Aus Sicht von Arbor Networks (oben schon zitiert), sei das Verkehrsaufkommen aus Europa sehr gering gewesen. Oder ob wir einfach alle bei den heimischen Newsseiten geschaut haben...?

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